Nopalitos (Kaktusblätter) ernten und entdornen

Hier zeige ich Schritt für Schritt, wie man einen Katkus über’s Ohr haut – äh, wie man einem Kaktus ein Ohr abhaut und es für die Küche bereit macht.

Der Feigenkaktus Opuntia ficus-indica ist in Mexiko ein weit verbreitetes Nahrungsmittel für 2- und 4-beiner. Es hätte  laut einer Studie wohl auch bei uns ein grosses Potetial als Nahrungsmittel. Bloss: wer will einen dornigen schleimigen Kerl futtern, solange der Mc Doof ums Eck ist… Mehr dazu in einem anderen Artikel (folgt – irgendwann).

Wie schmeckt ein Kaktus?

Das ist meist die erste Frage, nach dem erstaunten und etwas ungläubigen Blick, wenn ich sage, dass ich die Kakteen auch zum Essen ziehe. Nun, ich würde sagen es hat etwas von grüner Bohne mit etwas Säure. Meine Frau meint, es sei so in Richtung grüne Bohnen und grüne Paprika – hat auch was. Zwiebeln und Koriander gehören fast dazu und runden den Geschmack in meinen Augen sehr gut ab.

Wieviele Pflanzen brauche ich?

Um gelegentlich eine Beilage zu machen reichen mir momentan meine 4 Pflanzen. Um sicher mehrere Nopalitos für eine Mahlzeit ernten zu können wird bei Ulmer.de (Wenn der grosse Kaktushunger kommt) eine mindestanzahl von 10 Pflanzen empfohlen. Die geernteten Ohren können gut 2 Wochen im Kühlschrank aufbewahrt und so gesammelt werden.

Meine Opuntien wachsen am wärmsten Plätzchen im Basilikumhaus:

1. Ernte

Suchen wir uns also ein erntereifes Exemplar aus. Es sollte ca. 12-20cm lang sein und noch nicht zu alt. Sonst wird die Rinde härter und wir müssen die besseren Zähne aus dem Schrank holen – oder das Blatt schälen. Gut ist, wenn die grünen Dornenansätze noch dran oder noch nicht zu lange abgefallen sind.

Meine Wahl fällt auf dieses stattliche Exemplar:

Opuntie vor der Ernte
Opuntie vor der Ernte …

Mit einem Handschuh und einem Messer bewaffnet machen wir uns ans Werk.

Der Handschuh ist unbedingt zu empfehlen! Auch wenn das kerlchen unbewehrt aussieht mit seinen klobigen Möchtegern-Dornen: rund um die Basis der Dornenansätze sind viele feine Härchen mit fiesen Widerhaken (Clochidien genannt) …

Mit einer Hand greife ich das gewählte Ohr und schneide es mit einem scharfen Messer oberhalb der Ansatzstelle ab.

Opuntie nach der Ernte
… und nach der Ernte

Trippel, trappel, trippel, trappel … zurück in die Küche.

2. Entdornen

In der Küche lege ich das Ohr auf ein Küchenbrett. Hier sieht man schön am oberen Teil (rechts oben) des Ohrs, die grünen Dornenansätze, welche am unteren Teil bereits grösstenteils abgefallen sind – da ich eine dornlose Opuntie habe.

Folgendes Werkzeug benötigen wir:

  • 1 Handschuh
  • 1 Topfschwamm
  • 2 Blatt Haushaltpapier (2x gefaltet auf 1/4)

Mein Kaktus-Handschuh: Wegen der Clochidien ist es sinnvoll, immer denselben Handschuh zu verwenden und diesen nur für die Kakteen zu benutzen. Diese kleinen Biester sind echt fies…

Auch der Schwamm wird nur für die Kakteenreinigung verwendet. Das Papier kennzeichne ich, welche Seite oben (= zum Anfassen) ist. Das hilft damit ich Dösel das Papier nicht plötzlich falsch rum halte…

Das Kaktusblatt mit dem Papier festhalten und mit der rauhen Seite des Topfschwammes die Dornen und Clochidien rundherum sauber „abbürsten“.  Achtung: Auch um Umdrehen des Blattes nur das Papier und den Schwamm (oder Handschuhe, Zange) verwenden!

Die Seiten und den Blattansatz nicht vergessen!

Danach wird das Blatt unter fliessendem Wasser sehr gut abgespült. Immer noch wird das Blatt mit dem Papier gehalten.

Das abgewaschene Ende kann nun mit den Fingern gehalten werden, um noch das restliche Blatt abzuwaschen. Danach darf es nicht mehr mit dem Rüstbrett oder dem Papier/Schwamm in Berührung kommen! Sonst sind wieder Clochidien dran…

Die Abgebürsteten Dornen und Clochidien. Nachdem alle Blätter sauber geschrubbt und gewaschen sind, das Brett sauber abwaschen und auch die Arbeitsfläche gut reinigen.

Die gewaschenen Kaktusblätter auf einem sauberen (!) Brett sind nun bereit zur Verarbeitung in der Küche.

In der Regel empfiehlt es sich, für die weitere Verarbeitung die Blätter vorzugaren.

Ich empfehle jedoch, auch einmal ein Stück des rohen Kaktusblattes zu probieren. Nur so kennt man den Unterschied und kann entscheiden, wie man es lieber in der Küche einsetzt. Essbar ist es auf jeden Fall roh wie gekocht.

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