moer's BBQ Pit

Das Leben ist kein Ponyhof...

Austernpilze unsteril klonen (auf Pappe)

Bisher dachte ich immer, dass Pilzzucht bzw. Zucht/Vermehrung von Pilzmyzel aufwändig in hochsteriler Umgebung durchgeführt werden muss. Nach unserer ersten Pilzschwemme von selber gezüchteten Austernpilzen bin ich aber beim Guugeln nach Verwendungsmöglichkeiten auf Berichte über die unsterile Zucht von Seitlingen, insbesondere Austernseitlingen gestossen. Dieser Pilz soll so  aggressiv wachsen, dass er problemlos gegen Fremdpilze (v.a. Schimmel) ankommt.

Ich habe von den Pilzen die ohnehin etwas zähen Stiele zur Seite gelegt.

Wichtig ist, vorher die Arbeitsplatte, Hände und Utensilien sauber zu waschen. Trotzdem oder gerade weil man unsteril arbeitet, sollte auf eine möglichst gute Hygiene geachtet werden. Es ist sonst schade um die Arbeit Foot in Mouth

Dann habe ich saubere Tuperdosen und Einmachgläser mit heissem Wasser ausgespült und abkühlen lassen (mit geschlossenem Deckel).

Aus Pappkarton habe ich Stücke geschnitten, die möglichst genau auf den Boden der Tuperdosen passen. Das Pappe-Stück habe ich in einen Suppenteller gelegt und mit kochendem Wasser übergossen. Dann lässt sich die oberste Schicht mit einer Pinzette abziehen. Beide Papp-Teile gut abtropfen und etwas auskühlen lassen und den unteren (2-3 Schichten) Pappe-Teil in die Tuperdose legen.

Dann habe ich die Stielreste mit dem Messer in feine Streifen geschnitten. Gemäss iNet-Recherchen soll der Erfolg grösser sein, je dünner die Scheiben sind. Ebenso, je frischer die Pilze sind. Bei Austernpilzen sieht man oft einen leicht weissen Flaum auf der Oberseite der Hüte - sieht aus wie Schimmel. Ist aber bereits Myzel, das wieder am wachsen ist.

Nun wird eine Schicht von diesen Pilzscheiben auf dem Karton ausgelegt. 

 Die Pilzstücke sorgfälltig auf der unteren Kartonschicht verteilen...

Dann wird obendrauf die abgezogene Lage Karton gelegt und leicht angedrückt. Das Gefäss verschliessen und an einen dunklen und warmen Ort stellen.

Und nun heisst es, geduldig warten.

Regelmässig kontrollieren. Falls ein Ansatz schimmelt, sofort entsorgen.

...

Nachtrag: Schon nach wenigen Tagen beginnt das Myzel zu wachsen. Es sind feine weisse Fäden sichtbar. Alles was weiss ist, ist gut. Schwarze und grüne Stellen sind Schimmel und müssen entsorgt werden. Wenn das Myzel den Karton gut durchwachsen hat, kann es mit eingeweichten Strohpellets gefüttert werden.

 Hier sieht man das Myzel durch den Karton wachsen. Dieser Ansatz kann schon bald zum ersten mal mit Stroh gefüttert werden.

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