Archiv der Kategorie: Kochwissen

Hühnerbeine ausbeinen (auslösen)

Für leckere Hühnersteaks oder Schnitzel werden die Hühnerbeine ausgebeint. Ausbeinen wird auch als Auslösen bezeichnet. Das ist ganz einfach und bereits mit wenig Übung benötigt man weniger als 5 Minuten pro Bein…

Benötigt werden lediglich ein Rüstbrett und ein scharfes Rüstmesser mit gerader Klinge (kein Wellenschliff).

Schritt 1: Den Schenkel mit der Haut nach unten aufs Brett legen. Mit dem Zeigefinger den Knochen ertasten und mit dem Messer entlang des Knochens einschneiden. Haut uns Sehnen an der Unterseite (Fussgelenk) des Schenkels durchtrennen.

Dem Knochen entlang schneiden

Schritt 2: Das Bein mit der linken Hand am Knochen (Fussgelenk) festhalten und mit dem Messer sorgfälltig vom Knochen Schaben.

Den Knochen und das Gelenk freilegen

Schritt 3: Das Bein mit der linken Hand am Knochen (Fussgelenk) festhalten und mit dem Messer sorgfälltig das Fleisch vom Knochen schaben. Um das Kniegelenk vorsichtig um den Knorpel herum herauslösen. Das ist meines Erachtens die mühsamste Stelle: Schliesslich soll auf der einen Seite kein Knorpel im  Steak stören und auf der anderen Seite so wenig Fleisch wie möglich am Knochen bleiben…

Den Knochen weiter herauslösen

Eine weitere Möglichkeit ist, den Knochen herauszuschneiden, ohne Rücksicht auf den Knorpel. Er bleibt am Fleisch und wird zum Schluss herausgelöst: Mit den Fingern versuchen den Knorpel zu greifen und unter Spannung zu halten. Dabei vorsichtig mit dem Messer herausschneiden.

Schritt 4: (Falls das Becken am Schenkel ist…) Das Gelenk und das Becken herauslösen. Dazu einfach um den Knorpel freischneiden und das Fleisch sorgfältig vom Beckenknochen abschaben.

Das Gelenk und den Beckenknochen herauslösen (falls am Schenkel…)

Besonders spassig wird es, wenn in einer Packung 4 Linke Beine sind und zuletzt kommt ein rechtes – da scheint der Koch plötzlich zwei linke Hände zu haben…

Die Knochen und Sehnen nicht wegwerfen! Aus ihnen kann ein Geflügelfond gekocht werden.

Variante: Poulet-Oberschenkelsteaks

Junior mag ganz gerne was zum Abnagen. Also löse ich manchmal nur die Oberschenkel aus und verwende die Unterschenkel als Drum Sticks zum Abnagen.

Dazu wird der Schenkel in der Mitte um das Gelenk eingeschnitten. Dann mit einem Scharfen Messer durch das Gelenk den Unterschenkel abtrennen.

Nun den Oberschenkel auslösen. Das  geht ganz fix und gibt leckere Oberschenkelsteaks, Pouletspiesse, etc. Der fiese Knorpel bleibt aber zum auslösen…

Backform-Rechner zum Anpassen von Rezepten

Wie viele Zutaten benötige ich für eine 18er Springform, wenn das Rezept für eine 24er-Springform angegeben ist?

Einfach und von mir oft benötigt: Das Rezept ist für eine 24-26 cm Springform angegeben, ich backe aber eine 18er Springform. Da halbiere ich die Zutaten einfach.

Ganz einfach zu berechnen mit der folgenden Tabelle. In der 1. Spalte ist die Backform-Grösse gemäss Rezept. Die übrigen Spalten enthalten den Faktor zum Multiplizieren der Zutaten für die gewünschte Springform-Grösse.

Rezept fürUmrechnen zu Springform-Grösse:
Springform:14 cm16 cm18 cm20 cm22 cm24 cm26 cm28 cm30 cm32 cm
14 cm11.311.652.042.472.943.4544.595.22
16 cm0.7711.271.561.892.252.643.063.524
18 cm0.60.7911.231.491.782.092.422.783.16
20 cm0.490.640.8111.211.441.691.962.252.56
22 cm0.40.530.670.8311.191.41.621.862.12
24 cm0.340.440.560.690.8411.171.361.561.78
26 cm0.290.380.480.590.720.8511.161.331.51
28 cm0.250.330.410.510.620.730.8611.151.31
30 cm0.220.280.360.440.540.640.750.8711.14
32 cm0.190.250.320.390.470.560.660.770.881

Beispiel: Ein Rezept für eine Springform von 24 cm umrechnen für eine Springform von 18cm –> Zutaten x 0.56 Multiplizieren.

Ganz einfach, oder? 2 Eier x 0.56 = 1.12 Eier   🙄

Da muss, darf und soll ein wenig gesunder Menschenverstand angewendet werden!  😈 In der Regel macht ein halbes Ei mehr oder weniger kaum einen Unterschied. Oder aber ein „angebrochenes“ Ei wird z.B. mit Flüssigkeit oder Fruchtpüree (1 Ei = ca. 60g) ersetzt.

Eier – Lagerung und Haltbarkeit

Hier habe ich hoffentlich alle Antworten auf dei immer wieder auftauchenden Fragen nach der Haltbarkeit frischer und gekochter Eier zusammengetragen…

Merkregel: 3 Wochen frisch + 3 Wochen gekühlt und durchgegart, 4 Wochen gekocht

 

Ungekochte Eier

Das Mindesthaltbarkeitsdatum für rohe Eier sind 28 Tage ab Legedatum.

Eier mit unbeschädigten Schalen sind nach dem Legen bis zu 3
Wochen ungekühlt haltbar. Die ersten 18
-20Tage haben die Eier natürliche
Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger und Keime.

Im Kühlschrank aufbewahrte
Frischeier sind mindestens 6 Wochen, also 2-4 Wochen über das MHD hinaus gut und geniessbar.

  • Die ideale Lagerung im Haushalt ist der Kühlschrank mit 5°C – 12°C. 
  • Für Frischeier-Speisen (Tiramisu, Cremen, Saucen) nur frische Eier  bis max. 18 Tage nach Legedatum verwenden.
  • Ältere Eier nur noch zum Kochen/Backen verwenden, wenn Aussehen und Geruch stimmen mindestens 2 Wochen über MDH bzw. 6 Wochen ab Legedatum.

 

Gekochte Eier

Ein Tipp vorweg: Zum Kochen 7-14 Tage alte Eier verwenden. Diese lassen sich besser schälen. Und ja – das ist viel wichtiger als das Abschrecken… aber dazu gleich mehr.

Die Eier vollständig hart kochen, je nach Ausgangstemperatur (gekühlt oder Raumtemperatur) und Grösse 10-12 Minuten kochen. Nicht abschrecken!!! Durch das Abschrecken können mikroskopisch kleine  Risse in der Schale entstehen welche die Haltbarkeit verkürzen!

Haltbarkeit gekochter Eier:

  • Die Haltbarkeit ist auch abhängig vom Alter der Eier beim Kochen!
  • nicht abgeschreckt, ungekühlt (22°C): 1 Monat
    Unglaublich, aber wahr! Ich bewahre sie trotzdem gekühlt auf, dann halten sie ganz sicher 1 Monat.
  • abgeschreckt, ungekühlt: 2-3 Tage
  • abgeschreckt, gekühlt (5°C): 1 Woche

Industriell hergestellte gekochte Eier (die farbigen… ) sind mit einem Schutzlack überzogen und deshalb über Monate ungekühlt haltbar. 

 

Quellen: Empfehlungen vom Schweizerischen Bundesamt für Gesundheit,
Abteilung Lebensmittelwissenschaft (Bulletin Nr. 12, 18. März 2002, BAG_BU12_02d.pdf (261,67 kb)), Internet, Kochbuch

Kerntemperaturen für verschiedene Fleischstücke & Fische

Dies ist meine Sammlung für empfohlene oder bewährte Kerntemperaturen bei verschiedenen Fleischstücken und/oder Zubereitungsarten.
In [eckigen Klammern] jeweils die von mir bevorzugte Temperatur.

Schwein

  • Fleischkäse 68-72°C [->70°] -> bei 140-160°C ca. 1 kg ca. 1 Stunde
  • Filet rosa 58°C – durch 65°C
  • Medaillons rosa 65°C
  • Schinken durch 75°C
  • Schinken hellrosa 65-68°C
  • Braten
    • d
  • Schweinerücken leicht rosa 65-70°C
  • Schweinenacken (-Hals) durch 70-75°C
  • Schweineschulter durch 75°C >> 77°C
  • Schweinebauch gefüllt durch 70-75°C
  • Schweinshaxe gebraten durch 80-85°C
  • Schweinshaxe gepökelt durch 75-80°C
  • Kochschinken sehr saftig 64-68°C
  • Spareribs durch 65°C
  • Kassler rosa 55-60°C
  • Kassler durch 60-68°C
  • Spanferkel: 73 C° für Brust und Schulter
  • Pulled Pork 90-93°C (damit das Fleisch schön zerfällt)
  • Kotelett mit Knochen: 75-80°C, ohne Knochen 70°C
  • Hackfleisch 72-75°C  [-> 75°]
  • Brustspitz 85°C ??
  • Spanferkel 65°C

Rind

  • Rinderfilet/Roastbeef [-> 55-56°C passt für mich]
    • blutig (engl.) 40-45°C
    • rosa 50-55 (58)°C
    • durch 60-65°C
  • Rinderbrust durch 90-95°C
  • Rinderbraten durch 80-85°C
  • Tafelspitz durch 90°C
  • Beef Brisket 85°C
  • Sauerbraten 90°C
  • Falsches Filet medium 60-65°C, durch 70-75°C

Kalb

  • Kalbsfilet medium 56 – 58°C
  • Kalbsrücken hellrosa 65-70°C
  • Kalbsnuss durch 78°C
  • Nierenbraten durch 75-80°C
  • Kalbsbraten durch 68-74° C
  • Kalbsschulter durch 75-80°C
  • Kalbsbrust durch 75-78°C
  • Kalbshaxe 80-85°C

Geflügel -> immer mindestens 80°!

  • Hähnchen durch 80 – 85(90)°C
  • Entenbrust rosa 62-65°C*
  • Ente durch 80 – 90°C
  • Pute durch 80 – 90°C
  • Gans rosa 75-80°C*
  • Gans durch 90-92°C
  • Truthahn durch 80-85°C
  • Perlhuhnbrust 70°C ??
  • Putenbraten 70°C ??
  • Hühnerbrust 72°C ??

* Geflügel immer bis mindestens 80° erhitzen. Entenbrust und Ganz sind die einzigen Ausnahmen, welche unter 80° gegart werden dürfen!

Lamm

  • Lammfilet rosa 65-68°C
  • Lammlachs rosa 68-70°C
  • Lammrücken leicht rosa 70-75°C
  • Lammrücken durch 80°C
  • Lammkeule leicht rosa 75-78°C
  • Lammkeule durch 82-85°C

Pferd

  • Pferdefilet/Roastbeef blutig 50°C
  • Pferdefiet/Roastbeef rosa 55°C

Wild & Co
Achtung bei Wild: Erst wenn eine Kerntemperatur von 70° C erreicht ist und diese über zehn Minuten konstant gehalten wird, sind die meisten pathogenen Keime abgetötet!

  • Wildschweinbraten, Wildfleisch durch 75 – 78°C
  • Wildschweinfilet leicht rosa 60 – 62°C
  • Wildfilet gem. Wikipedia: blutig 40-45°C, rosa 50-55°C, durch 60-67°C
  • Rehrücken/ Hirschrücken rosa 54 – 56°C
  • Wildrücken gem. Wikipedia 60-70°C??)
  • Rehbraten durch 75 – 80°C
  • Strauss blutig 60-65°C (??)
  • Strauss medium 70°C (??)
  • Strauss 58°C ??

Fisch

  • allgemein 70-80°
  • Lachs 57-62°C [-> 60°]

Alle Angaben ohne Gewähr. Für die Richtigkeit wird keine Haftung übernommen!

Garstufen beim Fleisch – Kurz gefasst

Die folgende Auflistung gibt eine einfache und kurze Übersicht zu den üblichen und empfohlenen Garstufen für verschiedene Fleischstücke. Detaillierte Angaben zu Kerntemperaturen habe ich separat zusammengestellt im Artikel ‚Kerntemperaturen für verschiedene Fleischstücke & Fische‘.

Rindfleisch

Garstufen in deutsch, französisch und englisch. Hilfe zur Garprobe ganz unten…

  • stark blutig / rare / bleu -> KT max. 45°C (40-45°C)
    auch: roh, raw
    Fleisch innen fast roh, Kruste dünn, Saft dunkelrot
  • blutig / medium rare / saignant -> KT ca. 54°C (50-55°C)
    Fleisch im Kern blutig, aussen rosa, Kruste knusprig, Saft rötlich
  • mittelrosa / medium (à point, anglaise / rose) -> KT 60°C 56-60°C
    auch mittelrosa
    Fleisch durchgehend rosa / Kruste braun und knusprig
  • rosa, medium (demi-anglais / medium oder medium-well) -> KT 65°C (61-68°C)
    auch: halb durchgebraten, medium, demi well
    Fleisch im Kern leicht rosa, rest durchgebraten, Saft hellrosa
  • durchgebraten (bien cuit / well done) -> KT 75°C (> 70°C, bis 85°C)
    Fleisch komplett durchgebraten und fest

 

übrige Fleischsorten

  • Mittelrosa (à point / rosé, medium) –> KT 55-60°C
    Lamm, Ente, Perlhuhn
  • Hellrosa -> KT 62-65°C
    Kalb, Nierstück & Filet vom Schwein
  • Durchgebraten (bien cuit / well done)
    Lamm und Rind: 70-75°C
    Kalb: 68-75°C
    Schwein: 70-75°C
    Geflügel: 80-85°C
    Wild: 70-75°C

 

Fisch

57-60°C

 

Garprobe beim Rindersteak

Mit der linken Hand den Daumen und einen Finger zusammendrücken. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf den Daumenballen drücken. Der Daumenmuskel verhärtet sich dabei und leistet
immer mehr Widerstand, vergleichbar mit den verschiedenen Garstufen des Steaks. Den Widerstand vergleichen mit dem Widerstand, wenn man mit dem Zeigefinger aufs Steak drückt:

  • blutig: Mit dem Daumen gegen den Zeigerfinger drücken

  • englisch: Mit dem Daumen gegen den Mittelfinger drücken

  • medium: Mit dem Daumen gegen den Ringfinger drücken

  • durch: Mit dem Daumen gegen den kleinen Finger drücken

 

Quelle: verschiedene Seiten im Internet und Bücher.

Schmand und wie es zu ersetzen ist…

Schmand ist bei uns in der Schweiz so eigentlich nicht bekannt. Trotzdem taucht es in vielen meiner Rezepte auf. Was ist Schmand und wodurch kann es allenfalls ersetzt werden?

Schmand wie es in Süddeutschland bekannt ist und verwendet wir, ist ein vergorenes Sahneerzeugnis. Es schmeckt darum leicht säuerlich, ist stichfest oder cremig und hat einen Fettgehalt zwischen 20 und 30 %. 

In der Schweiz (und auch in Österreich) entspricht es in etwa dem Sauerrahm oder auch Crème fraîche. Letztere hat einen eher höheren Fettgehalt und flockt dadurch in heissen Saucen nicht aus. Die leichtere Variante von Crème fraîche ist Crème légère.

Tipp: Wenn mit light-Rahm (Crème légère oder Halbrahm) gekocht wird, vor der Zugabe in die heisse Flüssigkeit etwas Mehl oder Stärke in den Rahm einrühren. Dadurch flockt das Eiweiss nicht so rasch aus.

Weitere Möglichkeiten:

Heisse Saucen binden und leicht säuern mit Joghurt (1 Becher Joghurt mit 1 TL Mehl/Stärke). Damit lassen sich auch einige Kalorien einsparen – der Geschmack ist aber nur ähnlich!

Zum Garnieren von Speisen mit einem Klecker Schmand geht ein cremiger Joghurt oder geschlagene Sahne.

Für Dips und kalte Saucen kann zur Not Quark mit etwas Milch verrührt werden.

Sauerteig Grundrezept (Anstellgut)

Rund um den Sauerteig wird viel Trubel gemacht. Dabei ist es keine Hexerei.

Vor längerer Zeit habe ich etwas mit Sauerteig experimentiert mit dem Ziel reine Sauerteigbrote (ohne Hefezusatz) zu backen. Das ging nicht schlecht, war aber nicht so der Brüller – besonders bei den Mitbewohnern nicht. Es gab recht schwere Brote.

Nun sollte eine neue Experimentalphase starten, wo Sauerteig als Geschmackgeber und Zusatz-Trieb in Hefeteigen verwendet werden soll.

Der Starter-Kit wird im Fachjargon als Anstellgut (ASG) bezeichnet. Man kann das ASG sowohl mit Roggenmehl als auch mit Weizenmehl machen. Das ASG wird in einem Glas verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt. Bei bedarf entnimmt man die benötigte Menge ASG um den „richtigen“ Sauerteig – meist ein Vorteig hergestellt. Etwas ASG wird wieder aufbehalten…

Zutaten

  • Mehl:
    • Roggenmehl (Typ 1150) für Roggen-ASG
    • Weizenmehl (Ruchmehl, Typ 1050) für Weizen-ASG
  • Wasser

 

Tag 1

  • 50 g Mehl
  • 50 g Wasser

In einem Einmachglas (mit Schraubverschluss) vermischen.

Offen (ohne Deckel) bei Zimmertemperatur aufstellen.

 

Tag 2, 3, 4 und 5

Jeden Tag

  • 20 g Mehl
  • 20 g Wasser

ins Glas dazugeben und umrühren.

Das Glas verschliessen und weiter bei Zimmertemperatur vergären lassen.

 

Ab Tag 6

Das Glas verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.

Zum Backen die notwendige Menge ASG entnehmen und bei Zimmertemperatur anfüttern.

 

Tipps

  • ASG sollte bei Nichtgebrauch mindestens alle 10-14 Tage aufgefrischt werden. (Siehe Methode 3)
  • Sauerteig kann eingefroren oder getrocknet und später wieder „reaktiviert“ werden.
    Zum trocknen dünn auf Backpapier aufstreichen und bei Zimmertemperatur trocknen lassen.
  • Wenn das ASG schlecht wird, riecht man es …
  • Roggen-ASG hält sich bei Nichtgebrauch tendenziell länger als Weizen-ASG.
  • Nach längerem Nichtgebrauch die Flüssigkeit auf der Oberfläche abschütten und danach gut umrühren.  
  • Je älter die Sauerteigkultur ist, umso mehr Triebkraft entwickelt sie. Mit der Zeit sollte es möglch sein, ein Brot ohne Hefezusatz zu backen.

 

Anwendung für einen Sauerteig

Die benötigte Menge Anstellgut (ASG) aus dem Einmachglas entnehmen. Meist werden 50-75g benötigt. Als Faustregel gilt: 10 % der Mehlmenge für den Sauerteig.

Beispiel: Das Rezept benötigt 200g Sauerteig. Dieser wird mit 100g Mehl und 100g Wasser gemacht – und demnach 10g ASG. Meist wird dann der Sauerteig als Vorteig mit dem ASG angesetzt und dann daraus der Hauptteig gemacht.

Zur Weiterführung der Kultur gibt es zwei Methoden. Ich nutze derzeit Methode 3

Methode 1: ASG wieder auffüllen

Die entnommene Menge im Einmachglas wird ersetzt. Zur Hälfte mit Wasser, zur Hälfte mit Mehl. Danach umrühren, Glas verschliessen und zurück in den Kühlschrank. Also z.B. 10g ASG entnehmen und 5g Mehl und 5g Wasser dazugeben.

Hierbei würde man jedoch zu viele Organismen mit zu wenig Futter versorgen. Das ASG verliert so an Triebkraft.

Methode 2: ASG ersetzen

Die benötigte Menge wird entnommen und etwas mehr Sauerteig als benötigt angesetzt. Das restliche ASG wird entsorgt (in anderen Teigen, auf dem Kompost oder im Müll). Vom frisch angesetzten Sauerteig wird wieder etwas ASG entnommen und in den Kühlschrank gestellt fürs nächste Mal.

Je nach verwendetem Mehl für den Vorteig wird dadurch jedoch das ASG „verändert“.

Methode 3: ASG auffrischen – der Kompromiss

Die benötigte Menge für den Sauerteig zum Backen wird entnommen.

Vom Restlichen ASG gebe ich 10 g in ein frisches Einmachglas. Dazu gebe ich je 40g Mehl und Wasser und rühre um. Das Glas lasse ich 10-12 Stunden bei Zimmertemperatur reifen. Danach kommt es zurück in den Kühlschrank. Den Rest vom Rest ASG entsorge ich.

So kann die Kultur auch bei Nichtgebrauch mindestens 1x wöchentlich aufgefrischt werden und bleibt so immer schön vital.

 

Quellen Es gibt unzählige Quellen im Netz. Eine schöne und einfache ist beim pixelfreund.

 

Eigelb zur Rose abziehen

Eine Masse mit Eigelb wird gesimmert, um die Masse locker zu machen und zu binden. Das Eigelb (bzw. das darin enthaltene Lecithin) wirkt in der Masse als Emulgator zum Verbinden von Wasser und Fett. Im Küchenjargon bezeichnet man dieses Vorgehen als „zur Rose abziehen“ oder „zur Rose abkochen“.

Zucker und Eigelb werden mit dem Schwingbesen gut verrührt.

Milch in einen Topf geben und die Zucker-Ei-Masse dazugeben und mit dem Schwingbesen gut verrühren.

Nun wird die Ei-Milch-Masse unter ständigem Rühren erhitzt (das Rühren verhindert, dass die Masse nicht flockt).

Wenn die Masse langsam eindickt, die Pfanne vom Herd nehmen und einen Kochlöffel aus Holz in die Masse tauchen und wieder herausziehen. Nun auf die abgerundete Seite des Löffels blasen. Dadurch entsteht ein Muster welches einer Rose ähnlich sieht. Darum der Name 🙂 Die Rose zeigt, dass die richtige Konsistenz erreicht ist.

Dann möglichst schnell die Masse durch ein Sieb giessen und abkühlen lassen.

 

Tipps:

  • Damit die Masse nicht plötzlich zu heiss ist und das Eigelb gerinnt, kann die Masse im Topf (oder einer Schüssel) in einem Wasserbad erhitzt werden. Dazu den Topf einfach in/auf eine etwas grössere Pfanne mit Wasser stellen und das Wasser erhitzen. Vorsicht vor dem heissen Dampf!!
  • Bei einigen Induktionsherden kann die Temperatur fix eingestellt werden. Dadurch kann die Masse auch nicht zu heiss werden.

 

Die Sache mit der Haltbarkeit

Kann ich dieses Joghurt noch essen? Vor dieser Frage stehe ich immer wieder. Wegwerfen will ich Lebensmittel nicht – aber eine Lebensmittelvergiftung will ich auch nicht. Ein echtes Dilemma. Beim Joghurt wusste ich es irgendwann: Solange der Deckel nicht aufgebläht ist, ist es ok – egal was drauf steht. Aber der Aufschnitt? Also habe ich mich informiert, recherchiert und hier zusammengefasst.

„Mindestens haltbar bis“, „zu verbrauchen bis“, „zu verkaufen bis“,… ???

Die Angaben zum Herstellungs-, Verpackungs- oder Verkaufsdatums sind nicht relevant – und werden darum heute vielfach weggelassen, um den Konsumenten nicht unnötig zu verwirren. Relevant sind nur das Mindesthaltbarkeits-Datum (MHD) und das „zu verbrauchen bis“-Datum. Eines dieser beiden Daten muss auf alle abgepackt verkauften Produkte.

zu verbrauchen bis…

Die Angabe „zu verbrauchen bis“ wird bei leicht verderblichen Produkten gemacht. Dieses Datum muss zwingend auf alle Produkte, welche gekühlt aufbewahrt werden müssen.

mindestens haltbar bis… (MHD = MindestHaltbarkeitsDatum)

Für alle Produkte, welche länger haltbar sind, wird ein MHD angegeben. Dieses gibt an, bis wann das Produkt bei korrekter Lagerung sicher einwandfrei bleibt bezüglich Geschmack, Geruch und Konsistenz. Danach ist das Produkt immer noch geniessbar, es kann aber zu qualitativen Einbussen kommen.

Was tun, wenn das Datum überschritten ist?

Hirn einschalten, Sinne schärfen und die Lebensmittel prüfen. Vorischt ist geboten, wenn ältere oder schwangere Personen oder Kleinkinder mitessen. Ebenso sollen Produkte mit beschädigten oder aufgeblähten Verpackungen weggeworfen werden.

Hausgemachte Gerichte und gekochtes Fleisch ist 2 bis 3 Tage haltbar, sofern es nach dem Abkühlen sofort in den Kühlschrank gestellt wird. Lässt man den Gulasch vom Mittag bis zum Abend in der Küche herumstehen, entwickelt sich bereits ein erschreckender Zoo von Mikroorganismen im Topf… 

Nachfolgend einige Hinweise, wie lange bestimmte Lebensmittel über das aufgedruckte Datum hinaus verwendet werden können. Immer unter der Voraussetzung, dass sie korrekt transportiert und gelagert wurden (Besonders der Transport vom Laden nach Hause – „unterbrochene Kühlkette“ – ist hier zu beachten!) und der gesunde Menschenverstand und geübte Sinne beachtet werden. Sie sind keine Garantien – im Zweifel lieber doch einmal ein Lebensmittel wegschmeissen!

Frischprodukte mit „zu verbrauchen bis“-Datum

Hackfleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel Das Datum unbedingt einhalten!
Gekochter Schinken, Terrine, Paté Das Datum beachten. Geöffnete Packungen innerhalb von 2 Tagen verbrauchen.
Fleisch, Fertigprodukte bis 24 Stunden nach Ablauf des Datums.
Wegwerfen wenn es seltsam riecht oder grünlich aussieht.
Frischkäse, Pasteurisierte Milch, Joghurt, Quark,… Mindestens 2 Tage bis 1 Woche über das Datum hinaus verwendbar.
Datum ignorieren und prüfen:
Bei Schimmelbefall wegwerfen.
Saure Milch wegschütten.
Joghurt, Quark, etc. entsorgen, wenn der Geschmack nicht mehr gut/anders ist oder die Deckel aufgebläht sind.
Eier 2 Wochen nach Ablauf des Datums. Nur noch zum Kochen oder Backen verwenden.
Wurstwaren, Hartkäse 2 Wochen über das Datum hinaus.
Offen gekaufte Produkte 2 Wochen ab Kaufdatum.

 

Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)

UHT Milch 10 Tage nach Ablauf des Datums.
Achtung: Wird nicht sauer, wenn sie schlecht ist!
Schokolade, Biskuits Mehrere Monate über das Datum hinaus verwendbar.
Vorsicht bei Produkten mit Nüssen!
Tiefkühlprodukte Etliche Monate über das Datum hinaus haltbar. Qualität kann aber leider (z.B. „austrocknen“).
Fettreiche Produkte können „ranzig“ werden.
Teigwaren, Reis, Griess, Mehl, Kaffee, Gewürze, Pflanzenöl, Zucker, Getränkepulver, Getränke in Flaschen, Senf Sehr lange haltbar.
Konsistenz auf Feuchtigkeit oder Verklumpungen prüfen.
Geschmack und Geruch prüfen. z.B. Öl darf nicht ranzig riechen.
Konserven in Dosen oder Gläsern, Produkte im Tetra Pak mehrere Jahre über das Datum hinaus haltbar, solange die Verpackung nicht beschädigt (z.B. auch keine Deckel gewölbt sind).

Andere Kriterien – Produkte ohne Datum

Kartoffeln Grüne Stellen sind giftig. Kleine Stellen können grosszügig weggeschnitten werden und die Kartoffeln geschält verwendet werden. Vollständig „grüne“ Kartoffeln sind zu entsorgen.

 

McDonalds Hamburgersauce

Die folgende Sauce wurde angeblich 1968 im „McDonald’s Manager’s Handbook“ veröffentlicht für den Fall, dass einer Filiale die vorgefertigte Sauce ausgehen sollte. Angeblich wurde sie kurz darauf wieder aus dem Handbuch entfernt, als der Erfolg der Sauce abzusehen war. Keine Ahnung ob’s stimmt. Hier das Rezept von grouprecipes.com. Das grösste Problem dürfte bei uns die Beschaffung der Zutaten sein…

 

Zutaten für knapp 2,5 dl Sauce – genug für etwa 8 Big Macs

  • 60 ml (1/4 Cup) Kraft Miracle Whip
  • 60 ml (1/4 Cup) Mayonnaise
  • 2 gehäufte EL Wishbone Deluxe French Salad Dressing (wie geht ein gehäufter EL Dressing ???)
  • 1/2 EL Heinz Sweet Relish
  • 2 gehäufte Esslöffel Vlasic Dill Pickle Relish (oder Heinz Dill Relish)
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Zwiebelpulver
  • 1 TL Weissweinessig
  • 1 TL Ketuchup
  • 1/8 TL Salz

 

Zubereitung:

Alles in einem kleine Behälter gut mixen bzw. pürieren. Es sollten keine „Streifen“ mehr sichtbar sein.

25 Sekunden in die Mikrowelle stellen, danach erneut gut verrühren.

Mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen, bevor die Sauce verwendet wird, damit sich die Aromen vereinen können.

 

Die besonderen Zutaten:

Kraft Miracle Whip

Kraft Miracle Whip isn’t a mayonnaise, altough it looks alike. This because the FDA (U.S. Food and Drug Administration) requires that anything labeled „mayonnaise“ contain a minimum of 65 percent vegetable oil by weight. Kraft keeps Miracle Whip’s exact oil content a secret, but the company confirms that it is too low to meet the mayo standard. It Looks like a thinned mayo with some extra sweet and spicy flavour…

INGREDIENTS: WATER, SOYBEAN OIL, HIGH FRUCTOSE CORN SYRUP, VINEGAR, MODIFIED CORNSTARCH, EGGS, SALT, NATURAL FLAVOR, MUSTARD FLOUR, POTASSIUM SORBATE AS A PRESERVATIVE, PAPRIKA, SPICE, DRIED GARLIC

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Wishbone Deluxe French Salad Dressing

Wish-Bone® Deluxe French is a creamy blend of tomato and spices with a slightly sweet n’ sour flavor to make your salads irresistible. 

INGREDIENTS: SOYBEAN OIL, WATER, VINEGAR (CIDER, DISTILLED), SUGAR, TOMATO PASTE. CONTAINS 2% OR LESS OF EACH OF THE FOLLOWING: SALT, SPICE, ONION POWDER, XANTHAN GUM, PROPYLENE GLYCOL ALGINATE, PAPRIKA EXTRACTIVES, CALCIUM DISODIUM EDTA (USED TO PROTECT QUALITY), CARAMEL COLOR, NATURAL FLAVOR.

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Heinz Sweet Relish

Heinz® Deluxe Sweet Relish is a classic pickle relish that adds the perfect blend of sweet and tanginess to your favorite foods.

INGREDIENTS: Pickles (Cucumbers, Water, Salt, Vinegar, Calcium Chloride), High Fructose Corn Syrup, Cabbage, Distilled White Vinegar, Salt, Alum, Xanthan Gum, Sodium Benzoate and Potassium Sorbate added as preservatives, Natural Flavoring, Dehydrated Red Peppers, Tumeric Oleoresin, Polysorbate 80.

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Vlasic Dill Relish

Vlasic Dill Relish is a Relish with dill as top flavour.

INGREDIENTS: Cucumbers, Vinegar Distilled, Salt, Calcium Chloride, Peppers Rehydrated Red, Alum, Xanthan Gum, Flavors Natural, Polysorbate 80, Yellow 5