Archiv der Kategorie: Pilzzucht

Herstellen von Körnerbrut für die Pilzzucht

Da ich etwas in Verzug mit dem Herstellen der Impfdübel für meine neuen Holzstämme bin, habe ich beschlossen, es einmal mit der Herstellung von Körnerbrut zu versuchen. Ich hatte letztes Jahr etwas Körnerbrut von Zitronenseitlingen gekauft und festgestellt, dass diese etwas wüchsiger ist als die Strohbrut.

Material für 3 Einmachgläser

  • 500 g Roggenkörner (oder andere Getreidesorten)
  • 3 TL Gips
  • Kochtopf
  • Schnellkochtopf
  • 3 Stück Gurkenglas, Marmeladenglas oder was ähnliches
  • 3 Wattepads (oder etwas Filterwatte bzw. normale Kosmetikwatte)
  • Myzel (oder Sporenspritze, Bewachsener Nährboden…)

 

Step 1: Gläser
vorbereiten

Die Gläser und die
Deckel sehr gut auswaschen und heiss ausspülen.

Mit einem
Schraubenzieher ein Loch in die Deckelmitte stechen.

Dann wird das Loch
mit Watte „verstopft“.

Die Watte ermöglichst
einen Gasaustausch und filtert ein wenig einströmende Luft. Dadurch sollte kein
so starker Unterdruck entstehen, dass beim Öffnen des Glases zum Beimpfen sehr
viel „unsterile“ Luft eingesaugt wird und den Roggen kontaminiert. Ausserdem
sollte das Glas weniger leicht zerspringen.

 

Step 2: Roggen
vorbereiten und sterilisieren

Roggen und etwas Gips
in einen Topf geben und grosszügig mit Wasser bedecken.

(Für ein Glas ca. 200
g Roggen und 1 TL Gips.)

Aufkochen und bei
kleiner Hitze so lange köcheln, bis die Körner aufplatzen. Das dauert etwa 45
Minuten.

Die Roggenkörner in
ein Sieb giessen und sehr gut abtropfen lassen.

Die Körner nun in die
Gläser füllen und die Deckel gut zuschrauben.

Im Schnellkochtopf
mit Einsatz Wasser einfüllen bis zum Siebrand. Die Gläser hineinstellen und
aufkochen.

Bei Stufe 2 während
mindestens 90 Minuten sterilisieren. Dann langsam abkühlen lassen. Auch hier am
besten ein feuchtes Tuch über den Topf legen, damit beim Abkühlen möglichst
wenige Keime ungehindert in den Topf einströmen können.

Step 3: Gläser
beimpfen

Diese arbeiten in
möglichst steriler Umgebung durchführen!

äähm … hust … Naja,
die Küche muss reichen…

Die Körner etwas
auflockern. Dazu das Glas auf den Handballen schlagen. Nicht auf die Tischplatte
!

Das Glas vorsichtig
öffnen und den Deckel so wenig wie nötig anheben. Sofort etwas gut
durchwachsenes Myzel hineinwerfen und gleich wieder verschliessen. Das Glas gut
schütteln.

Zum Schlus das Glas
mit Sorte und Datum beschriften und an einem warmen, dunklen Ort zum
Durchwachsen aufstellen.

 

Inspirationen für die Herstellung der Körnerbrut habe ich mir beim pilzforum.eu und bei pilzzucht.de geholt.

Austernseitlinge trocknen

Es wird zwar immer wieder erwähnt, dass Austernseitlinge nicht gut zu trocknen seien, da sie enorm viel Wasser enthalten. Das stimmt durchaus, also würde ich auch zu keinem Versuch der Lufttrocknung raten … aber ich habe ja einen Dörrapparat.

Aber:

  1. Ist mein Tiefkühler schon voller Austern.
  2. Spriessen weiterhin täglich eine Menge frischer Austernpilze vor der Haustüre.
  3. Gibt es auch vereinzelt bericht über käufliche getrocknete Austernpilze, die angeblich extremst super duften…
  4. Fand ich bisher keine wirklichen Erfahrungsberichte und vermute langsam, dass einfach jeder abschreibt, dass die nicht so gut getrocknet werden können. Nur Versuch macht klug…

Somit habe ich nun den Entschluss gefasst, dass die nächste Welle auf dem Trockner landet.

Ich versuche mich einmal mit dem neueren Modell und trockne sie schonend bei 40°C.

Ich habe von der heutigen Erntewelle die kleineren Hüte für die Trocknung vorbereitet. Die Stiele werden separat gesammelt und getrocknet und dann später zu Pulver zermahlen.

Die Pilze werden locker auf den Trockner geschichtet.

Bei 40°C über Nacht getrocknet sehen sie am nächsten Morgen wunderbar aus:

 

Die Stiele wurden ebenfalls getrocknet.

 

 

Ich werde dann berichten, sie die getrockneten Austernseitlinge zum Essen waren…

Verwendung:

10 g getrocknete Austernpilze entsprechen ca. 100 g frischen Pilzen.

Die getrockneten Austernpilze müssen 45-60 Minuten in kaltem bis lauwarmem Wasser einweichen.

Danach sind sie ca. 15 Minuten zu braten oder schmoren.

 

Austernpilze auf Buchenstämme impfen mit selbstgemachten Impfdübeln

Diesen Winter hatte ich ein Experiment gestartet: Ich wollte eigene Impfdübel herstellen um damit frische Buchenstämme zu beimpfen. Zuest musste ich dafür Pilzbrut herstellen auf Basis von Strohpellets. Danach wollte ich damit Buchendübel für den Möbelbau beimpfen und diese dann einfach in frische Buchenstämme einschlagen. So sollte der Pilz vom Stroh über den Dübel in den Baumstamm wachsen und mir am Ende frische Pilze liefern.

Leider blieb das Dokumentieren etwas auf der Strecke. Ich werde das beim nächsten Mal nachholen.

Pilzbrut herstellen

Zuerst hatte ich mit Strohpellets aus einem frisch geernteten Austernpilz (bzw. Rüstabfällen) frische Pilzbrut geklont. Anders als im verlinkten Artikel beschrieben, habe ich die Karton-Phase ausgelassen und einfach gereinigte Rüstabfälle mit eingeweichten Strohpelltes vermischt in ein Einmachglas gefüllt. Der Austernpilz ist aggressiv genug um das zu packen. Ausserdem gibt es schneller eine grössere Menge Ausgangsbrut.

Impfdübel herstellen

Dann habe ich die Brut mit Buchenholzdübeln durchmischt. Ganz gewöhnliche Buchenholzdübel für den Möbelbau aus dem Baumarkt mit 8mm Durchmesser. Ich hatte die Dübel teilweise mit kochendem Wasser übergossen, teilweise trocken verwendet. Im Internet fand ich unterschiedliche Angaben, welche besser durchwachsen. Fürs nächste Mal würde ich sie wohl mit heissem Wasser übergiessen und 1-2 Stunden einweichen.

Die Gläser mit dem Brut-Dübel-Gemisch kommen wieder an einen warmen und dunkeln Ort zum Durchwachsen. Das soll ca. 6-8 Wochen dauern – was auch etwa gestimmt hat. 

Ein wichtiger Tipp fürs nächste Mal: Aufschreiben, in welchem Glas wieviele Dübel sind! Nicht alle Gläser waren gleichzeitig und gleich schön durchwachsen. So musste ich die fertigen Gläser ausräumen, um die Dübel zu zählen und dann die Stämme zu ordern…

Dann hat mir Nikki frische Buchenstämme gebracht. Etwa 50-60cm lang und 15-20cm dick. 6 Stück für knapp 80 Dübel – das ergibt etwa 4×3 Dübel pro Stamm. (Für 1m Stamm rechnet man ca. 30-35 Dübel, also für ein 30-50cm Stück 10-15 Dübel.)

Etwa ein Drittel der Dübel war sichtlich gut durchwachsen. Bei einem Drittel war der Pilz wohl im Dübel drin, aber noch nicht so schön durchgewachsen oder das Myzel zuwenig wüchsig. Der letzte Drittel war noch nicht recht vom Pilz besiedelt. Die sollten noch ein wenig Zeit bekommen und wurden zur Seite gestellt. (Das gab später nochmals 4 Stämme.) Was sollte ich tun?

a) 3 Stämme mit den sehr guten Dübeln beimpfen und die anderen 3 mit dem weniger schönen? Ein Teil wird dann sicher gut, der Rest vielleicht nix.

b) Alle 6 Stämme beimpfen mit je zur Hälfte sehr guten Dübeln und mit weniger schönen Dübeln zu impfen. Entweder wird es was, oder alles ist im Ar….

Ich entschied mich entgegen aller Vernunft und im Vertrauen auf die Aggressivität des Austernmyzels für Variante B.

Stämme impfen

Die frisch geschlagenen Stämme wurden einen Tag in eine Wanne mit Wasser gelegt zum Einweichen. Danach durften sie einen Tag abtropfen. Dann sollte beimpft werden.

8mm Dübel bedeutet, dass ich einen 8mm-Bohrer benötige – dachte ich mir. Also habe ich einen 8er Bohrer eingespannt und drauflosgebohrt. Aber ein frischer und gewässerter Baumstamm ist keine schön trockene Dachlatte. Da bohrt auch ein schön scharfer Holzbohrer nicht so flüssig rein. Ich musste die grosse Bohrmaschine nehmen.

Dann wollte ich die Dübel einschlagen. Beim Einschlagen zersprangen einige Dübel oder gingen nur zur Hälfte rein. Die Löcher waren zu eng. Also habe ich beim Bohren die Bohrmaschine etwas hin und her bewegt. Dann ging es so einigermassen. Aber es war ein „Chrampf“, 72 Löcher so zu bohren. Auf die Stirnseiten der Stämme bohrte ich jeweils ein kleines Loch mit 12mm Durchmesser und stopfte einfach etwas von der Brut aus den Dübelgläsern mit rein.

Das Myzel muss die Stämme durchwachsen

Die so beimpften Stämme wurden einzeln dicht mit Frischhaltefolie eingewickelt. Der Austernpilz ist einer der wenigen Pilze, die keinen Sauerstoff zum Durchwachsen brauchen. Die eingewickelten Stämme wurden in Müllsäcke gesteckt, damit sie dunkel haben. Die Müllsäcke wiederum auf einem Rolli gelagert und in der Werkstatt abgestellt. Da durften sie in ruhe bei einigermassen gleich bleibendem Klima einwachsen. Draussen war es dieses Frühjahr lange Zeit viel zu kalt. Danach wurde es viel zu heiss. Die Werkstatt war nahezu perfekt.

Zum Einwachsen soll das Austernmyzel zwischen 20-25°C haben. Darüber oder darunter wächst das Myzel langsamer und andere Organismen (Schimmelpilze) können sich ausbreiten. Über 35°C können das Myzel schädigen oder gar zerstören.

Bei guten Bedingungen ist der Stamm nach 4-6 Wochen frostfest. D.h. man sollte zwischen Mai und September Beimpfen, wenn die Hölzer draussen durchwachsen sollen. Das vollständige Durchwachsen der Stämme dauert je nach Grösse, Holzart und klimatischen Bedingungen etwa 8-16 Wochen – danach kann mit ersten Fruhtkörpern gerechnet werden.

Ende August waren die Stämme schön durchwachsen (vorher hatte ich wegen Zeitmangel gar nie richtig nachgeschaut). Anfangs September fand ich dann endlich etwas Zeit zum „Einpflanzen“ der Stämme.

Aufstellen der Stämme zum Fruchten

Zum Fruchten werden die Stämme zu 1/3 bis 1/2 in der Erde eingegraben. Der Erdkontakt gibt dem Pilz zusätzliche Nährstoffe und erleichtern den Wasserhaushalt im Stamm (also gegen das Austrocknen).

Zu den Hauptfeinden des Pilzzüchters gehören Schnecken und Trauermücken. Gegen Trauermücken kann man nicht so viel machen. Die sind beim Anbau auf Holzstämmen aber weniger das Problem. Die kommen auf Strohpellet-Substratblöcken… Aber auf die Schnecken muss man achten, damit die Ernte nicht vorzeitig verspiesen ist!

Das Durchwachsen dauert im Idealfall 4-6 Wochen.

Ich setze meine Stämme deshalb (und weil ich gar keinen anderen Platz hätte) in schwarze Mörtelwannen und stelle sie neben den Pferdestall. Die Mörtelwannen erschweren den Schnecken das Reinklettern – sie verhindern es aber nicht.  Ab und an finde ich auch eine dicke schnecke in der Wanne. Die Stämme (2-3 pro Wanne je nach Dicke) werden einfach in die Wanne gestellt. Dann wird rundum mit etwa 70 Liter billigster Blumenerde aufgefüllt, angedrückt und angegossen.

Nun brauche ich nur noch zu warten, bis die Pilze spriessen. von den alten Stämmen gab es heute gerade wieder eine kleine Portion.

 

Wichtiger Hinweis zu Pilzen

Ein wichtiger Hinweis zu allen Themen rund um Pilze auf diesen Seiten bzw. generell. Besonders aber für Beschreibungen, Bilder, Bestimmungs- & Unterscheidungsmerkmale!

Es dürfen nur Pilze gegessen werden, die von einem amtlich zugelassenen Pilzkontrolleur eindeutig bestimmt und zum Verzehr freigegeben wurden!

Eine Liste der offiziellen Pilzkontrolleure und Pilzkontrollstellen der Schweiz sind auf den Seiten der VAPKO (Schweizerische Vereinigung Amtlicher Pilzkontrollorgane) zu finden.

Die Angaben und Bestimmungsmerkmale sowie Fotos auf diesen Seiten sind nur eine Orientierungshilfe, niemals eine Essensfreigabe! Sie wurden nicht von einem Sachverständigen verifiziert und können unter Umständen falsch sein.

Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Gewissen gemacht und überprüft. Trotzdem können sich – besonders bei Pilzen unter Umständen tödliche!!! – Fehler eingeschlichen haben.

 

Massnahmen bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung

Telefon 145 – TOX-Zentrum Zürich (365 Tage, 24 Stunden!)

(Quelle: Pilze.ch)

  • Sofort einen Arzt beiziehen
  • Wenn möglich Brechreiz auslösen:
    • Finger in den Rachen halten
      oder
    • 3 gehäufte Teelöffel Kochsalz in einem Glas warmem Wasser auflösen und trinken
  • Pilzreste unbedingt sicherstellen (Rüstabfälle, Essensreste, Erbrochenes). Dies ermöglicht einem Pilzkontrolleur allenfalls festzustellen, welche Pilze für die Vergiftung verantwortlich sein können.
  • Widersetzen sie sich nicht einer Einlieferung ins Spital.
  • Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum Zürich STIZ (Tel. 145) gibt rund um die Uhr Auskunft über alle Gifte und Massnahmen. Zu statistischen Zwecken sollten alle Vergiftungsfälle dem TOX-Zentrum gemeldet werden.

 

Austernpilze im Juni – ich ziehe mir gleich noch etwas neues Myzel in Stropellets

Gestern habe ich zufällig hinter die Regentonnen geschaut – und siehe da, es sind wieder Austernpilze gewachsen!

Das ist wohl das einzig gute, was ich den ewigen Kälteeinfällen in diesem Jahr positiv abgewinnen kann. Ich habe die Pilze noch ein wenige wachsen gelassen und heute mittag geschnitten. Sie sind über Nacht nochmals kräftig gewachsen und so habe ich heute ein ganzes Becken voll schön grosse Austernseitlinge geerntet.

Zum Abendessen gab es also Filetspitzen an Pilzrahmsauce – mit frischen Austernpilzen aus eigenem Anbau! Herrlich! Die restlichen Pilze habe ich in Streifen gerissen und tiefgekühlt.

Das Foto von der Ernte ging leider vergessen … Schliesslich muss man die bisher spärlichen Sonnenstunden geniessen…

Dafür habe ich mir heute Abend wieder einmal Zeit genommen um meine Pilzkulturen im Büro zu füttern und zu schauen, was sie überhaupt treiben. Mein Pilzzuchtschränkchen:

 aussen und   innen

Zwei schön durchwucherte Einmachgläser habe ich entdeckt, auf denen stand „Dübel, 5.2.13“. Hmm, da habe ich ja glatt noch zwei Gläser mit Impfdübeln… Blöd, dass ich nicht auf die Gläser geschrieben habe, wievile Dübel ich jeweils in hineingegeben hatte… Die müssen wir wohl mal herausdröseln und zählen, damit ich dann die Stämme bestellen kann.

Zwei weitere Gläser wurden gefüttert. Eine handvoll Strohpellets wurden mit heissem Wasser eingeweicht und nach dem Abkühlen an die Pilze verfüttert.

Ein drittes war leicht säuerlich und ohnehin voll. Zum Teilen sah die Brut zu alt aus, also kommt das Glas in die Werkstatt, wird etwas gewässert und zum Fruchten vorbereitet.

 Das Glas habe ich aussen mit Zeitungspapier umwickelt, damit es nicht auf der Seite fruchtet. Mal sehen, was da draus wird…

Mit den sauberen Stielresten der heutigen Pilzernte habe ich gleich zwei neue Gläser mit Pilzbrut angesetzt. Falls der Sommer so nasskalt weitergehen sollte, will ich doch wenigstens mit einer Alternativkultur zum Gemüsegarten gerüstet sein!

 Die sauberen Teile der Stielreste werden beim Rüsten zur Seite gelegt.

 Die Stiele werden in Streifen gerissen oder geschnitten.

 Das Einmachglas und der Deckel werden sauber gewaschen und mit heissem Wasser ausgespühlt. Ein wenig Strohpellets werden mit kochend heissem Wasser übergossen und aufgequollen. Dann müssen sie auskühlen.

 Zuerst kommt eine dünne Schicht Strohpellets auf den Boden…

 … dann werden einige Pilzstiele darauf verteilt und mit einer dünnen Schicht Stroh zugedeckt. So gehts weiter, bis die Pilzstiele aufgebraucht sind.

 Die beiden Gläser mit den neuen Brutansätzen sind schon fast fertig…

 … sie müssen nur noch beschriftet werden. Und ab in den Zuchstschrank damit.

Austernpilze unsteril klonen (auf Pappe)

Bisher dachte ich immer, dass Pilzzucht bzw. Zucht/Vermehrung von Pilzmyzel aufwändig in hochsteriler Umgebung durchgeführt werden muss. Nach unserer ersten Pilzschwemme von selber gezüchteten Austernpilzen bin ich aber beim Guugeln nach Verwendungsmöglichkeiten auf Berichte über die unsterile Zucht von Seitlingen, insbesondere Austernseitlingen gestossen. Dieser Pilz soll so  aggressiv wachsen, dass er problemlos gegen Fremdpilze (v.a. Schimmel) ankommt.

Ich habe von den Pilzen die ohnehin etwas zähen Stiele zur Seite gelegt.

Wichtig ist, vorher die Arbeitsplatte, Hände und Utensilien sauber zu waschen. Trotzdem oder gerade weil man unsteril arbeitet, sollte auf eine möglichst gute Hygiene geachtet werden. Es ist sonst schade um die Arbeit.

Dann habe ich saubere Tuperdosen und Einmachgläser mit heissem Wasser ausgespült und abkühlen lassen (mit geschlossenem Deckel).

Aus Pappkarton habe ich Stücke geschnitten, die möglichst genau auf den Boden der Tuperdosen passen. Das Pappe-Stück habe ich in einen Suppenteller gelegt und mit kochendem Wasser übergossen. Dann lässt sich die oberste Schicht mit einer Pinzette abziehen. Beide Papp-Teile gut abtropfen und etwas auskühlen lassen und den unteren (2-3 Schichten) Pappe-Teil in die Tuperdose legen.

Dann habe ich die Stielreste mit dem Messer in feine Streifen geschnitten. Gemäss iNet-Recherchen soll der Erfolg grösser sein, je dünner die Scheiben sind. Ebenso, je frischer die Pilze sind. Bei Austernpilzen sieht man oft einen leicht weissen Flaum auf der Oberseite der Hüte – sieht aus wie Schimmel. Ist aber bereits Myzel, das wieder am wachsen ist.

Nun wird eine Schicht von diesen Pilzscheiben auf dem Karton ausgelegt.

 Die Pilzstücke sorgfälltig auf der unteren Kartonschicht verteilen…

Dann wird obendrauf die abgezogene Lage Karton gelegt und leicht angedrückt. Das Gefäss verschliessen und an einen dunklen und warmen Ort stellen.

Und nun heisst es, geduldig warten.

Regelmässig kontrollieren. Falls ein Ansatz schimmelt, sofort entsorgen.

Nachtrag: Schon nach wenigen Tagen beginnt das Myzel zu wachsen. Es sind feine weisse Fäden sichtbar. Alles was weiss ist, ist gut. Schwarze und grüne Stellen sind Schimmel und müssen entsorgt werden. Wenn das Myzel den Karton gut durchwachsen hat, kann es mit eingeweichten Strohpellets gefüttert werden.

 Hier sieht man das Myzel durch den Karton wachsen. Dieser Ansatz kann schon bald zum ersten mal mit Stroh gefüttert werden.