Archiv der Kategorie: Garten

Mit Peressigsäure gegen die Kräuselkrankheit

Der grösste Feind der meisten Nektarinen- und Pfirsichbäume ist die Kräuselkrankheit (bzw. deren Ursache der Pilz Taphrina deformans), welche die neuen Blätter im Frühjahr zusammenkringeln, verkümmern und später abfallen lässt. Dadurch fehlt dem Baum die Kraft für die Ausbildung der Früchte und zur Regeneration. Er wird immer weiter geschwächt und kann daran sogar eingehen. Als Bekämpfung gibt es bisher kupferhaltige Mittel, welche im genau richtigen Zeitpunkt gespritzt werden müssen, damit sie wirksam sind – abgesehen vom Schwermetall Kupfer, welches in den Garten ausgebracht wird. Allerdings sind selbst diese nicht mehr überall für den Hausgarten zugelassen.

Ein legaler Ansatz ist die „extrem cut and feed“-Technik für den Bio-Anbau, welche ich unter dem Artikel Winterschnitt bei Pfirsich und Nektarine beschrieben habe.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von 1,5%iger Peressigsäure. Mit Peressigsäure gegen die Kräuselkrankheit weiterlesen

Herstellen von Körnerbrut für die Pilzzucht

Da ich etwas in Verzug mit dem Herstellen der Impfdübel für meine neuen Holzstämme bin, habe ich beschlossen, es einmal mit der Herstellung von Körnerbrut zu versuchen. Ich hatte letztes Jahr etwas Körnerbrut von Zitronenseitlingen gekauft und festgestellt, dass diese etwas wüchsiger ist als die Strohbrut.

Material für 3 Einmachgläser

  • 500 g Roggenkörner (oder andere Getreidesorten)
  • 3 TL Gips
  • Kochtopf
  • Schnellkochtopf
  • 3 Stück Gurkenglas, Marmeladenglas oder was ähnliches
  • 3 Wattepads (oder etwas Filterwatte bzw. normale Kosmetikwatte)
  • Myzel (oder Sporenspritze, Bewachsener Nährboden…)

 

Step 1: Gläser
vorbereiten

Die Gläser und die
Deckel sehr gut auswaschen und heiss ausspülen.

Mit einem
Schraubenzieher ein Loch in die Deckelmitte stechen.

Dann wird das Loch
mit Watte „verstopft“.

Die Watte ermöglichst
einen Gasaustausch und filtert ein wenig einströmende Luft. Dadurch sollte kein
so starker Unterdruck entstehen, dass beim Öffnen des Glases zum Beimpfen sehr
viel „unsterile“ Luft eingesaugt wird und den Roggen kontaminiert. Ausserdem
sollte das Glas weniger leicht zerspringen.

 

Step 2: Roggen
vorbereiten und sterilisieren

Roggen und etwas Gips
in einen Topf geben und grosszügig mit Wasser bedecken.

(Für ein Glas ca. 200
g Roggen und 1 TL Gips.)

Aufkochen und bei
kleiner Hitze so lange köcheln, bis die Körner aufplatzen. Das dauert etwa 45
Minuten.

Die Roggenkörner in
ein Sieb giessen und sehr gut abtropfen lassen.

Die Körner nun in die
Gläser füllen und die Deckel gut zuschrauben.

Im Schnellkochtopf
mit Einsatz Wasser einfüllen bis zum Siebrand. Die Gläser hineinstellen und
aufkochen.

Bei Stufe 2 während
mindestens 90 Minuten sterilisieren. Dann langsam abkühlen lassen. Auch hier am
besten ein feuchtes Tuch über den Topf legen, damit beim Abkühlen möglichst
wenige Keime ungehindert in den Topf einströmen können.

Step 3: Gläser
beimpfen

Diese arbeiten in
möglichst steriler Umgebung durchführen!

äähm … hust … Naja,
die Küche muss reichen…

Die Körner etwas
auflockern. Dazu das Glas auf den Handballen schlagen. Nicht auf die Tischplatte
!

Das Glas vorsichtig
öffnen und den Deckel so wenig wie nötig anheben. Sofort etwas gut
durchwachsenes Myzel hineinwerfen und gleich wieder verschliessen. Das Glas gut
schütteln.

Zum Schlus das Glas
mit Sorte und Datum beschriften und an einem warmen, dunklen Ort zum
Durchwachsen aufstellen.

 

Inspirationen für die Herstellung der Körnerbrut habe ich mir beim pilzforum.eu und bei pilzzucht.de geholt.

Winterschnitt bei Pfirsich und Nektarine

Ich bin am testen einer speziellen Schnitt-Art für Pfirsiche und Nektarinen. Pfirsichbäume müssen um fruchtbar zu bleiben ziemlich stark geschnitten werden. Ich schneide noch etwas stärker, gebe dann eine kräftige  Stickstoffdüngung und hoffe so nicht mehr gegen die Kräuselkrankheit spritzen zu müssen. Die Idee selbst ist nicht von mir – ich habe irgendwo aus dem Bio-Bereich davon gelesen. Ich nenne sie „extrem cut and feed“-Methode.

Durch den starken Rückschnitt wird gleichzeitig der Fruchtansatz ausgedünnt, so dass ein späteres Ausdünnen der Früchte entfällt.

Der Gedanke hinter der Methode ist folgender: Die Triebe werden extrem stark zurückgeschnitten. Auf diesen Schnitt reagiert der Baum mit sehr starkem Wachstum. Das ergibt viel neue Blattmasse. Da die alte Blattmasse nicht gespritzt ist, sind die Blätter an den verbliebenen Trieben anfällig für die Kräuselkrankheit. Die Blätter an den neu entwickelten Trieben sind jedoch gesund. Die kranken Blätter können abfallen oder abgenommen werden – während die neuen gesunden Blätter dem Baum genügend Kraft und Nahrung liefern, um sich und die Früchte prächtig zu entwickeln.

Dazu werden die Bäume im März, sobald die Blüten sich öffnen (oder kurz davor) geschnitten. Pro Ast lassen wir nur einige Blütenknospen stehen.

Nach dem Schnitt bekommt der Baum eine ordentliche Stickstoffdüngung.

Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass ich den Baum relativ klein halten kann.

Wie sich die Methode bewährt, werde ich hier festhalten. Nachtrag vom November 2016: Meine Tellernektarine hatte sich ganz gut gehalten. Die eine Säulennektarine wurde jedoch arg befallen, so dass ich beschlossen habe, künftig wieder mit Peressigsäure zu spritzen.

Diese Idee bekräftigt hat mir die Seite „Obstbäume richtig schneiden und erziehen“ (unter 7. Besonderheiten beim Schnitt von Pfirsich- und Sauerkirschbäumen) vom Bayrischen Obstzentrum Hallbergmoos.

Klimakterische Früchte

Manches Obst (und Gemüse) muss vollreif gepflückt werden. Es reift nach der Ernte nicht nach und ist darum nicht richtig schmackhaft, wenn es zu früh geerntet wird. Andere Früchte können unreif geerntet werden und reifen danach weiter – die bekannteste unter ihnen ist wohl die Banane. Die Banane ist eine sogenannte klimakterische Frucht – eine nachreifende Frucht. Tafeltrauben zum Beispiel reifen nach der Ernte nicht nach – es sind nichtklimakterische Früchte.

Doch auch klimakterische Früchte reifen nicht in jedem Fall nach. Je nach Sorte benötigen sie eine bestimmte Mindestreife – die „Pflückreife“ – damit sie nach der Ernte bis zur „Genussreife nachreifen können.

Die folgenden Früchte sind klimakterisch – reifen also zuhause noch nach:

  • Äpfel
  • Ananas ?? soll angeblich nicht-klimakterisch sein, also lieber vollreif kaufen…
  • Aprikosen
  • Avocados
  • Bananen
  • Birnen
  • Cherimoya
  • Feigen
  • Feijoa
  • Guaven
  • Heidelbeeren
  • Kakis
  • Kiwis
  • Mangos
  • Melonen (Honigmelonen)
  • Nektarinen
  • Passionsfrüchte
  • Papayas (& Babacos)
  • Pepino
  • Pfirsiche
  • Pflaumen & Zwetschgen
  • Tomaten  

  

Die folgenden Früchte sind nicht klimakterisch – müssen also vollreif gepflückt/gekauft werden:

  • Ananas (??)
  • Brombeeren
  • Erdbeeren
  • Granatäpfel
  • Himbeeren
  • Kapstachelbeere
  • Kirschen
  • Kokosnüsse
  • Litchi
  • Tafeltrauben
  • Wassermelonen
  • Zitrusfrüchte

 

Die Kirschessigfliege macht den Gärtner sauer

Die Kirschessigfliege Drosophila suzuki ist ein fernöstlicher Verwandter unserer einheimischen Fruchtfliege Drosophila melanogaster und hat sich in den letzten Jahren auch in Europa angesiedelt. 2014 konnten sich die Bestände aufgrund des milden Winters und des feuchten Sommers enorm ausbreiten und die Populationen griffen fast wahllos alle weichen bzw. dünnschaligen Obst- und Beerensorten an.

Während die „normale“ Fruchtfliege nur bereits beschädigtes Obst befällt, kann die Kirschessigfliege ihre Eier auch in völlig intakten Beeren ablegen. Ausserdem legt sie extrem viele Eier, welche nach einer sehr kurzen Entwicklungszeit bereits schlüpfen. Innerhalb von Stunden beginnen die Frassstellen der Larven zu faulen und es entsteht Essig, wodurch die ganzen Beeren nach Essig schmecken und die umliegenden Beeren von der Fäulnis angesteckt werden. Dunkles Obst wird scheinbar bevorzugt, wodurch z.B. blaue Trauben stark befallen werden, während weisse Trauben eher verschont bleiben. Die Anziehung der roten Farbe auf die Fliegen sollte auch bei den Fallen genutzt werden.

Männchen von Drosophila suzukii Bildquelle: by Martin Hauser Phycus wikimedia.org

Bevor man jedoch ab einingen kleinen Fliegen in Panik gerät, sollte die Kirschessigfliege erst identifiziert werden. Dazu fängt man mittels Fallen einige Tiere und schaut sie mit einer Lupe an. Männliche Tiere der Kirschessigfliege D. suzuki haben auf den Flügeln je einen schwarzen Fleck, welcher bei der Fruchtfliege D. melanogaster fehlt!

Massnahmen

Netze| Gegen die Kirschessigfliege würden am effektivsten engmaschige Netze helfen. Die Maschenweite sollte maximal 0.8 mm betragen. Diese sind aber teuer und die Ernte ist sehr mühsam. Die Netze müssen vor dem Farbumschlag der Früchte angebracht werden.

Kalken| Rebstöcke können zu Beginn des Farbumschlags mit Löschkalk (Calciumhydroxid) oder Fruchtkalk im Traubenbereich bestäubt werden. Die Wirksamkeit dieser Massnahme ist jedoch nicht bestätigt. Für einzelne Stöcke kann auch Backpulver verwendet werden.

Es wird auch eine Kalkspritzung empfohlen. 1,5% Supspension (15 g / Liter) soll ausreichend sein. Je nach Witterung alle 2-10 Tage wiederholen bis 2 Tage vor Ernte möglich.

Fallen| Die Fallen sind einerseits nötig, um den Befall bzw. das Vorhandensein der KEF nachzuweisen. Alle 3-5 Meter aufgehängt können sie aber auch helfen, den Befall zu mindern. Dazu werden 2-5 mm grosse Löcher in Plastikbehälter (mit Deckel) gebohrt. Die Fallen werden ab Farbumschlag der Früchte in die Fruchtzonen gehängt und der Köder alle 14 Tage ersetzt.

Die Fallen werden mit folgender Köderflüssigkeit befüllt: 50% Wasser, 40% Apfelessig, 10% Rotwein, 2 Tropfen Spühlmittel. Angeblich soll Holundersaft noch besser ködern als Apfelessig.

Auch Gelbtafeln/Leimfallen sollen helfen.

Rechtzeitig und regelmässig ernten| Die Früchte nicht länger als nötig hängen lassen. Regelmässig und vollständig ernten: Auch überreife Früchte sollen entfernt und ggf. vernichtet werden.

Hygiene und Pflege| Die Fliegen mögen schattige feuchte Stellen. Daher sollte kein zudichtes Laubwerk vorhanden sein und die Pflanungen hell und luftig gehalten werden.

Abgeschnittene reife, befallene und/oder faule Früchte sollen nicht auf den Boden geworfen oder kompostiert, sondern im Kehricht entsorgt werden.

Der Inhalt von Fliegen- und Wespenfallen darf nicht auf den Boden geschüttet werden. (Ab besten die Flüssigkeit absieben und den Rest in den Müll kippen.)

Früchte kühlen| Die Früchte können nach der Ernte während 4 Tagen bei 2°C gelagert werden. Dadurch werden Eier und Maden abegetötet.

 

Quellen| Viele meiner Infos habe ich aus dem Artikel über Drosophila suzuki von bioaktuell.ch (Archiv 20141010-001). Aber auch von anderen Internetquellen und -Foren. Beim lbv Baden-Württemberg (Archiv 20141010-002, 20141010-003) gibt es ebenfalls Tipps zum Bauen einer Falle aus Bechern und Flaschen.

Austernseitlinge trocknen

Es wird zwar immer wieder erwähnt, dass Austernseitlinge nicht gut zu trocknen seien, da sie enorm viel Wasser enthalten. Das stimmt durchaus, also würde ich auch zu keinem Versuch der Lufttrocknung raten … aber ich habe ja einen Dörrapparat.

Aber:

  1. Ist mein Tiefkühler schon voller Austern.
  2. Spriessen weiterhin täglich eine Menge frischer Austernpilze vor der Haustüre.
  3. Gibt es auch vereinzelt bericht über käufliche getrocknete Austernpilze, die angeblich extremst super duften…
  4. Fand ich bisher keine wirklichen Erfahrungsberichte und vermute langsam, dass einfach jeder abschreibt, dass die nicht so gut getrocknet werden können. Nur Versuch macht klug…

Somit habe ich nun den Entschluss gefasst, dass die nächste Welle auf dem Trockner landet.

Ich versuche mich einmal mit dem neueren Modell und trockne sie schonend bei 40°C.

Ich habe von der heutigen Erntewelle die kleineren Hüte für die Trocknung vorbereitet. Die Stiele werden separat gesammelt und getrocknet und dann später zu Pulver zermahlen.

Die Pilze werden locker auf den Trockner geschichtet.

Bei 40°C über Nacht getrocknet sehen sie am nächsten Morgen wunderbar aus:

 

Die Stiele wurden ebenfalls getrocknet.

 

 

Ich werde dann berichten, sie die getrockneten Austernseitlinge zum Essen waren…

Verwendung:

10 g getrocknete Austernpilze entsprechen ca. 100 g frischen Pilzen.

Die getrockneten Austernpilze müssen 45-60 Minuten in kaltem bis lauwarmem Wasser einweichen.

Danach sind sie ca. 15 Minuten zu braten oder schmoren.

 

Schmierseifenlösung gegen allerlei Schädlinge (Blattläuse, weisse Fliegen, Schild- und Wolläuse)

Schmierseifenlösung hilft gegen viele „prominente“ Schädlinge im Gemüsegarten: Blattläuse, Blattsauger,Weiße Fliegen, Spinnmilben und Sitkafichtenläuse.

Aufgepeppt mit etwas Spiritus hilft es auch gegen Schild- und Wolläuse.

Ein grosser Vorteil ist, dass die Schädlinge sehr effizient eliminiert werden, gleichzeitig aber auch die meisten Nützlinge verschont werden. Der Zusatz von Spiritus greift dann aber auch Nützlinge an, weshalb die erweiterte Lösung sehr viel gezielter und sparsamer angewendet werden soll!

Rezeptur

Schmierseifenlösung gegen Blattläuse, Blattsauger,Weiße Fliegen, Spinnmilben und Sitkafichtenläuse:

15-30g Kali-Seife („Grüne Seife“, Schmierseife ohne Zusätze) in 1 Liter heissem Wasser auflösen und abkühlen lassen. Die Lösung unverdünnt verwenden. Ich nehme 20 g Schmierseife auf 1 Liter Wasser.

 

Schmierseifen-Spiritus-Lösung – die erweiterte Lösung gegen Schild- Woll- und Schmierläuse:

10-30 ml Spiritus pro Liter Schmierseifenlösung dazugeben. (Alternativ anstelle des Spiritus 15 ml Essig und 15 ml Zitronensaft verwenden.) Achtung! Die Erweiterte Lösung greift auch Nützlinge an!

 

Anwendung: Obst, Gemüse und Zierpflanzen. Sehr hohe Pflanzenverträglichkeit (auch für Citruspflanzen geeignet).

Pflanzen tropfnass spritzen. Blattunterseiten nicht vergessen!

Wartezeit: keine.

Wirkungsweise:

Verklebt den sehr kleinen Schädlingen die Atemwege. Wirkt nur durch direkten Kontakt mit den Schädlingen. Diese sitzen besonders auf der Blattunterseite. Darum besonders gut die Unterseiten besprühen!

Nützlinge wie  Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Raubmilben bleiben verschont, da deren Atemwege grösser sind und nicht verklebt werden.

Das Mittel ist auch gebrauchsfertig erhältlich, z.B. von Neudosan AF Neu Blattlausfrei.

Weitere Links: Zitrusgarten, Steffen Reichelts Citrusbuch, Artikel im Kleingartenmagazin (Juni 2011) [PDF0003], Beitrag von User Buntspecht [PDF0004] im Forum von Mein schöner Garten

Meine Kiwi-Plantage

Mittlerweile habe ich eine regelrechte Kiwi-Familie beisammen. Es gibt drei Gruppen (Arten) von Kiwis, welche in den letzten Jahren stark in Mode bezwiehungsweise in die Gärten gekommen sind. Die Unterschiede liegen vor allem in der Fruchtgrösse und der Erntezeit – aber auch in der Winterhärte: Zuerst reifen im August die kleinsten, die Sibirischen Kiwi (auch Sommerkiwi), dann folgen ab Ende August die Minikiwi (auch Traubenkiwi) und zum Schluss kommen ab Oktober die grossen „normalen“ Kiwi.

Die Sibirische Kiwi

Botanisch: Actinidia kolomikta

Die am besten winterharte Art übersteht Winter bis -35°C (Sortenbedingte Abweichungen möglich).

Ich habe die selbstfruchtbare Sorte Anniki.

  • Anniki (selbstfruchtbar): Die einzige mir bekannte selbstfruchtbare A. kolomikta-Sorte. Sie soll auch ohne männlichen Befruchter regelmässig zuverlässige Ernten bringen. Ich werde das hoffentlich bestätigen können, wenn meine Pflanze in den Ertrag kommt. Sie wurde erst 2014 gepfanzt.
    Anniki wurde in den 1970er-Jahren in Finnland gezüchtet (Selektion aus A. kolomikta-Sämlingen) und hat in Finnland über viele Jahre zuverlässig ihre Winterhärte bewiesen. Die Früchte sind hellgrün, mittelgross und sollen süss schmecken. Weiter Informationen zu dieser Sorte konnte ich leider nicht finden. Wenn, dann auf finnischen Seiten – und mit der finnischen Sprache hat auch Guugels Babelfisch ziemliche Probleme 🙂
  • Dr. Szymanowski (weiblich): weibliche Sorte mit leicht dimorphen Merkmalen aus polnischer Herkunft. Nach meinen Recherchen selektioniert durch Dr. Tadeusz Szymanowski, eingeführt durch Szczepan Marcyński im Jahr 1995.
  • Adam (männlich): männliche Befruchtersorte für alle A. kolomikta-Arten. Eine polnische männliche Sorte vom Züchter Szczepan Marcyński.

 

Die Minikiwi

Botanisch: Actinidia arguta

Minikiwi sind auch bei uns gut winterhart und überstehen Winter von -25°C bis -30°C (Sortenbedingte Abweichungen möglich).

Ich habe die Sorten Issai, Weiki und Nostino.

  • Issai (selbstfruchtbar)
  • Weiki (weiblich)
  • Nostino (männlich)

 

Die grosse Kiwi

Botanisch: Actinidia deliciosa & Actinidia chinensis

Die heikelste Art zum Überwintern. Besonders junge Pflanzen müssen im Stamm- und Wurzelbereich gut geschützt werden. Sie können in starken Wintern stark zurückfrieren.

Ich habe die Sorten Hayward, Greenlight Convi und Tomuri.

  • Hayward (weiblich)
  • Greenlight Convi (weiblich): eine italienische Selektion aus Hayward, welche 3-4 Wochen früher reif wird. Damit können auch in der Schweiz reife Früchte ab Pflanze geerntet werden. Die übrigen Eigenschaften – vor allem die gute Lagermöglichkeit – sollen denjenigen von Hayward entsprechen.
  • Tomuri (männlich)
  • Abott (weiblich)
  • Starella (weiblich): meines Wissens eine Selektion aus Abott der schweizer Firma Häberli mit besonderem Augenmerk auf Winterhärte. Die Blüte ist wohl etwas vor Hayward.
  • Matua (männlich): soll einige Tage vor Tomuri mit der Blüte beginnen.
  • Jenny (selbstfruchtbar): eher kleine Früchte und angeblich unregelmässige Ernten ohne „richtigen“ Befruchtuer.
  • Solo (selbstfruchtbar)

 

Die Befruchtung: Männchen und Weibchen bei Kiwi

Ein wichtiger Punkt bei den Kiwis ist die Bestäubung. Die meisten Sorten sind entweder männlich oder weiblich. Das bedeutet, es werden zwei Pflanzen benötigt, um Früchte zu ernten: eine Männliche und eine (bis zu acht) weibliche Pflanzen dazu. Dabei können die Männchen der Arten Actinidia deliciosa und A. chinensis auch Weibchen der Minikiwi (A. arguta) befruchten. Umgekehrt funktioniert es angeblich nicht.

Es gibt einige selbstfruchtbare Sorten. Der Erfolg damit es jedoch nicht immer sicher und teilweise stark schwankend.

Keine Angst vor dem bösen Fuchs!

Beim stöbern nach Rezepten für Minikiwis bin ich im Blog Kräuterkram auf einen interessanten Artikel zum Fuchsbandwurm gestossen: Der Artikel Beerensammeln ohne Furcht von Rosemarie Stein im am 24. Juli 2007 bei „Der Tagesspiegel“ online veröffentlich worden.

Erkrankungen durch den Fuchsbandwurm (Echinokokkose) beim Menschen sind meldepflichtig. Die deutsche „Filiale“ des Europäischen Echinokokkose-Registers ist am Uniklinikum in Ulm, wo diese Fälle sorgfälltig dokumentiert und beobachtet werden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat eine Studie erstellt (wird erwähnt im Epidemiologischen Bulletin Nr. 15/2006 des RKI). Gemäss dieser Studie ist das Risiko sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren deutlich höher bei Personen die Umgang mit Hunden haben oder die in der Landwirtschaft tätig sind. Letztere wohl, da neben dem direkten Kontakt mit erkrankten Tieren wohl ein direkter Kontakt mit kontaminierter Erde (>Kot) ein potentielles Ansteckungsrisiko darstellt. Ein Zusammenhang mit dem Sammeln und Essen von Wildbeeren ergab sich nicht.

Letzteres bestätigt Peter Kern (Infektionsmediziner am Uniklinikum Ulm) im Fachblatt „Münchner Medizinische Wochenschrift“ (2007, Nr. 29-30, S.18): „Es gibt keinen Beleg dafür, dass beim Verzehr von Waldbeeren ein Risiko besteht, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren.“

Für die Praxis entnehme ich dem Artikel:

  • Nach dem Spiel mit Hunden & Katzen sind die Hände zu waschen!
  • Waldbeeren können grundsätzlich gegessen werden. Besonders solche, die nicht direkt in Bodennähe gewachsen sind. (Letztere Einschränkung, da der Kot von Füchsen doch ein erhöhtes Risiko darstellt und ich beim Beeren und Kräutern am Boden nicht ausschliessen kann, dass ein Fuchs dahinge… hat.)
  • Das gleiche gilt für Kräuter: In Bodennähe wäre ich nach wie vor vorsichtig.
  • Bei Pilzen besteht kein Risiko, da die Pilze ohnehin gekocht werden müssen. Dann sterben die Erreger.
  • Wenn man im Waldboden herumgewühlt (oder Pilze gesammelt hat) sollte man nachher die Hände sauber waschen.
  • Hunde sind regelmässig (vierteljährlich) zu entwurmen.
  • Nach dem Spiel mit Hunden & Katzen sind die Hände zu waschen!

Der letzte Punkt ist absichtlich doppelt aufgeführt, da es wohl das grösste Risiko ist, besonders wenn man mit den Hunden gelegentlich in Waldnähe ist oder Füchse im Garten,… hat.

Weitere Infos gibt es im RKI-Ratgeber für Ärzte zum Thema Fuchsbandwurm.

 

PS: Sollte der Artikel einmal nicht mehr online verfügbar sein, habe ich ihn als pdf-Dokument gesichert:

Beerensammeln_ohne_Furcht_www.tagesspiegel.pdf (146.86 kb)

Der Feigenkaktus Opuntia ficus-indica

 

 

Anbau

Blüten werden an älteren Blättern gebildet, die mindestens 6 Monate alt sind. Werden die Kakteenblätter nicht geerntet, wachsen sie bis zum Herbst weiter und bilden meistens im folgenden Frühjahr Blütenknospen. [1]

Wenn die Pflanzen enger gesetzt werden (Abstände von 80X40 bzw. 100×25 [ca. 40’000 Pflanzen/ha] werden angegben) sind höhere Flächenerträge möglich, wenn auch die Erträge der einzelnen Pflanzen kleiner sind.

Grössere Blätter als Stecklinge sollen schneller einen grösseren Ertrag bringen (aufgrund der Nährstoffmenge im Blatt) als kleinere. [1] Die geschnittenen Blätter sollen mindestens 4 Tage abtrocknen, bevor sie eingepflanzt werden, damit sie nicht faulen. Sie können über den Winter frostfrei und stehend in Kisten gelagert werden und im Frühjahr direkt gepflanzt werden. Beim Pflanzen ins Freiland sollen die Blätter mit den flachen Seiten nach Osten/Westen ausgerichtet sein. 1/3 bis 1/2 des Blattes werden in die Erde gesetzt und leicht angedrückt.

Ernte

Der Erntezeitpunkt soll den Geschmack der Kaktusblätter beeinflussen: Am frühen morgen geerntete Blätter sollen leicht säuerlich sein, während am Abend geerntete Blätter milder im Geschmack sind. [2]

 

Quellen:

[1] CULTIVATION OF OPUNTIA FOR FODDER PRODUCTION: FROM RE-VEGETATION TO HYDROPONICS (http://www.fao.org/docrep/005/y2808e/y2808e0g.htm

[2] Texas Cactus Council http://www.texascactuscouncil.net/opuntiacactus.php